FAQ

FRAGEN & ANWORTEN ZUR
GRÜNDUNG

Wir Grüne Studierende haben uns im Herbst 2016 aus den früheren GRAS-Gruppen in Graz und Linz und gemeinsam mit Aktivist*innen aus anderen Städten gebildet. Warum wir nach jahrelangen Bemühungen nicht weiter versuchten, Veränderungen innerhalb der GRAS zu bewirken und wie wir uns von ihr unterscheiden:

1) Die GRAS hat ein absolutes Konsensprinzip. Selbst große demokratische Mehrheiten können von einer einzigen Personen blockiert werden. Das macht jede Veränderung von innen beinah unmöglich. Als Grüne Studierende wollen wir vielen Menschen die Möglichkeit geben, mitzugestalten, sind offener und akzeptieren demokratische Mehrheitsverhältnisse.

2) Die GRAS hat keine geheimen Wahlen von Funktionsträger*innen und Kandidat*innen-Listen. Das halten wir für undemokratisch. So ein System ist resistent gegenüber allen Versuchen, etwas zu verändern und demokratische Standards einzuführen.

3) Wir glauben, dass es immer so etwas wie demokratische Mindeststandards braucht, die für alle gelten. In der GRAS werden formale Regeln offiziell ignoriert und nicht einmal die eigenen Statuten halbwegs eingehalten.

4) Wir wollen wachsen und möglichst viele Menschen einbeziehen. Dazu braucht es den Willen, viele Leute einzubinden und die dafür nötigen Strukturen und Arbeitsteilung zu schaffen. Es braucht Verantwortliche, die Vertrauen bekommen, aber auch zur Rechenschaft gezogen werden können, anstatt sich hinter der Gruppe zu verstecken, in der letztlich niemand Verantwortung übernimmt.

5) Wir halten es für essenziell, eine eigene Programmatik und Analyse für die politische Arbeit zu entwickeln, anstatt über informelle soziale Codes zu bestimmen, was als politische Linie gilt und wer sich beteiligen kann und wer nicht. Wir wollen politische Debatten über die Programmatik und Analyse führen, die auch Teil des öffentlichen Diskurses sind und auch von außen kritisiert werden können.

6) Die GRAS versteht unter Basisdemokratie, wenn sich eine kleine Gruppe bei allem einig ist und sich dabei wohl fühlt. Aber bei Basisdemokratie sollte es darum gehen, zuallererst eine starke Basis aufzubauen und viele Menschen zu organisieren. Damit die lokalen Hochschulvertretungen funktionieren, braucht es viele und fähige Leute, die die Rahmenbedingungen für eine starke Basis und ein starkes politisches Umfeld schaffen. Genau eine solche Basis fehlt der GRAS aber, die jährlich an Mitgliedern und aktiven Gruppen verliert.

7) Wir sind momentan eine Organisation aus mehreren Gruppen und Einzelpersonen, die gemeinsam Lust auf linke Organisationsarbeit haben, teils auch in der GRAS organisiert sind. Nachdem wir anstatt zu streiten uns lieber auf unsere Politik konzentrieren, haben wir eine eigenständige Organisation mit einem eigenen Namen gewählt. Das war notwendig, nachdem uns mit juristischen Auseinandersetzungen gedroht wurde, die nur tiefere Gräben aufgemacht und Energie verschwendet hätten. Wo und unter welchen Bedingungen wir bei den ÖH-Wahl antreten, muss noch entschieden werden.

8) Wir verstehen uns als Teil der Grünen Bewegung und teilen die Grünen Grundsätze und Werte. Trotzdem handeln wir als Organisation unabhängig und eigenständig. Im Gegensatz zur GRAS gilt für Funktionär*innen bei den Grünen Studierenden eine Unvereinbarkeit mit Parteijobs und hohen Partei-Funktionen. Damit bleibt die politische und finanzielle Unabhängigkeit der Organisation gewahrt.